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Sie fragen sich berechtigt, wieso denn der Naumburger Dom mit dieser Startseite in Verbindung steht? Ganz einfach -  doch lesen Sie selbst…


VORAB: EINE ORTSBESTIMMUNG

Das Thüringer Holzland hat seinen Ursprung im „Altenburger Holzland“ rings um den Ort Hermsdorf, auch heute noch ein zentraler Ort im Landkreis mit den Traditionen des Handwerks, vorhandener und aufstrebender Industrie und Handel sowie der Kultur in vielfältiger Weise, seit 1969 mit Stadtrecht. Gemeinsam mit Bad Klosterlausnitz gehört es zu den Mittelzentren in Thüringen im Rahmen vom „Landesentwicklungsprogramm Thüringen 2025“.


Neun weitere Ortschaften gehören im Holzland seit alters her zum Kern: neben Hermsdorf sind es Klosterlausnitz, Oberndorf, Reichenbach, Schleifreisen, St. Gangloff, Tautenhain und Weißenborn.


Mit der Gründung des Freistaates Thüringen 1920 lautet die Bezeichnung „Thüringer Holzland“. Kartografisch umfasst es das Gebiet von der Saale im Westen bei Kahla, der Weißen Elster nördlich von Gera im Osten, Eisenberg im Norden sowie die Grenze des Landkreises im Süden. In der Bezeichnung des Landkreises Saale-Holzland-Kreis wird auf die prägende Landschaft „Holzland“ Bezug genommen.


WOHER & WOHIN: WEGE ÜBERS LAND

Ein Hauptverkehrsweg des Mittelalters von Nord nach Süd führte zwischen den Bischofstädten Naumburg und Regensburg direkt durch Hermsdorf. Hieran wird mit den Straßennamen „Naumburger Straße“ und „Alte Regensburger Straße“ in Hermsdorf erinnert.


Kernpunkt in der Entstehungsgeschichte von Hermsdorf spielt eine „Umspanne“ und Herberge für Fuhrleute -  später als „Schwarzer Bär“ genannt -  eine wichtige Rolle. Die Gespanne und sicherlich auch Wanderer auf diesem Weg konnten hier Rast machen. Jahrhunderte später diente der Saal des Gasthofes der Katholischen Gemeinde Hermsdorf von 1949 bis 1978 als Gottesdienststätte.


Ein weiterer historischer Verkehrsweg war eine West-Ost-Verbindung, ursprünglich vom Ärmelkanal bis nach Dresden. Eine Teilstrecke davon gehörte zum Verlauf der „Via Regia“ in Thüringen. Die Verbindung trägt heute auf deutschem Gebiet die Bezeichnung Bundesstraße 7, die durch das hiesige Gebiet führt. Beide Wege von Nord nach Süd, von West nach Ost sind sicherlich auch Pilgerwege gewesen, die nicht unerheblich zur Verbreitung des christlichen Glaubens mit beitrugen.


Hauptverkehrswege der Gegenwart sind die zwei Autobahnen mit denen viele Großstädte und Bundesländer verbunden sind: die  A9 -  von Berlin, an Potsdam, Leipzig/Halle und Nürnberg vorbei bis nach München; die  A4 verbindet Sachsen (von Görlitz aus) die Bundesländer Thüringen, Hessen sowie Nordrhein-Westfalen bis nach Aachen hin. Beide Autobahnen kreuzen sich im Zentrum des Thüringer Holzlandes am „Hermsdorfer Kreuz“.


„Raststätten für die Seele“ in Form von Autobahnkirchen oder -kapellen, wie sie ab 1958 im westlichen Deutschland entstanden, sind bisher in dieser Region nicht vorhanden.


In Anlehnung an diese Bezeichnung finden Sie mit dem Link zum

Katholischen Gemeindezentrum Hermsdorf den

„RAST-PLATZ ST. JOSEF“.


DES KAISERS WILLE: STRUKTUREN

Kaiser Otto I. der Große gelobte nach seinem Sieg über die Magyaren bei der Schlacht auf dem Lechfelde (955) die Gründung von drei Bistümern an der Ostgrenze seines Reiches. Papst Johannes XIII. kam 968 dieser Bitte nach und legte als künftige Bischofssitze Magdeburg (Sitz des Erzbischofs), Meißen, Merseburg und Zeitz fest. Damit festigte nicht nur der Kaiser seine Vormachtstellung im Osten des Reiches, vielmehr erhielten die Christen kirchliche Strukturen für die notwendigen Seelsorgebereiche.


GRENZVERLAUF: DAS BISTUM ZEITZ-NAUMBURG

Auf Grund permantener Einfälle von Slawen in das Bistum Zeitz wurde der Bischofssitz 1029 von Zeitz nach Naumburg verlegt. Das Bistum umfasste Gebiete östlich der Saale (ohne die Region Orla-Tal im Süden), der Grenzverlauf ging unter anderem von Weißenfels aus zur Elster und Pleiße hin zur Zwickauer Mulde. Die südlichen Bereiche gingen bis zum Fichtelberg, über das Vogtland bis hin zur Saale bei Saaldorf, jetzt oberes Ende der Bleilochtalsperre.


Zuständig für die Seelsorge und für die kirchliche Verwaltung war seit dieser Zeit also der Bischof von Naumburg auch für die hiesige Region des Holzlandes. Mit dem Tod 1664 von Julius vom Pflug, letzter katholischer Bischof von Naumburg-Zeitz, erlosch die bisherige römisch geprägte Form des Christentums und ihrer kirchlichen Struktur in diesem Bistum.


Im Gegensatz zu anderen Bistümern, wie z.B. das Bistum Meißen (1921), erfuhr das aufgelöste Bistum Zeitz-Naumburg keine Neu-Gründung in der nachreformatorischen Zeit. Die ehemaligen Bistumsbereiche wurden in die Bistümer Magdeburg, Erfurt und Meißen eingegliedert. Die katholischen Gemeinden im „Thüringer Holzland“ sowie die in ganz Ost-Thüringen gehören zum Bistum Meißen, seit November 1979 Dresden-Meißen.


PREIS DES FLEISSES: EINE BLÜTEZEIT

In der Folgezeit nach der Gründung entwickelte sich ein reges religiöses Leben im Bistum Naumburg. Eine besondere Rolle kamen da den zahlreichen Gründungen von Abteien und Klöstern zu. Die monastische Lebensweise zog viele an, Männer wie Frauen. Einen nicht unwesentlichen Teil trugen die Klöster (siehe auch nebenestehende Karte) zur positiven Entwicklung der kulturellen und landwirtschaftlichen Prägung von ganzen Landschaften bei. Stellvertretend sei das Kloster Thalbürgel in unmittelbarer Nähe genannt. Benediktiner brachten Wissen und Fertigkeiten zu den Menschen.


Klöster und Ordensniederlassungen wurden gegründet und wieder aufgegeben, geblieben ist die Glaubensverkündigung und das Fachwissen sowie Kirchen und Klosteranlagen, meistens nur als Ruinen. Die ehemaligen Klosterkirchen sind Zeugen für das Wirken der Mönche und Nonnen unterschiedlich geprägter Orden.


Dank des Wiederaufbaus im 19. Jahrhundert nach historischen Vorlagen ist mit der ehemaligen Klosterkirche in Bad Klosterlausnitz eine Perle der Neo-Romanik zu bewundern. Es ist ein geglückter Nachbau des Originals und eine Erinnerung an das ehemalige Augustinerinnen-Kloster Marienstein.


Ein besonderes Beispiel hochentwickelter künstlerischer Leistungsfähigkeit des Hochmittelalters ist der Bau des Naumburger Domes, der 2018 einen Platz im UNESCO-Weltkulturerbe erhielt. Universitäten entstanden, wie die in Jena (1558).


FALL DURCH HOCHMUT: ZÄSUR FÜR DIE CHRISTEN

Viele Kirchen in Dörfern und Ortschaften prägten das öffentliche Bild und auch die Wahrnehmung der Menschen als Orientierung für ihre Religiosität und Lebenshilfe. Alle Menschen bildeten eine Einheit im Glauben.


Doch dann: durch den moralischen Niedergang, gepaart mit Selbstherrlichkeit, großer Teile von Amtsinhabern und Verantwortungsträger in der Kirche wurde diese Einheit gefährdet und mehr als fragwürdig. So war es nur eine Frage der Zeit, nicht ob, sondern wann eine innerkirchliche Revolte das bestehende Christentum römischer Prägung in Bedrängnis bringen würde.


So geschah es in einleitenden Prozessen der Reformationsbestrebungen im 15./16. Jahrhundert, was letztendlich später keine Erneuerung, vielmehr eine Spaltung der Christenheit wurde. In Folge der  Reformbestrebungen und der Aufkündigung der kirchlichen Einheit durch die Landesherren als Folge der gesellschaftlichen Umwälzungen waren die reformatorischen Christen von der Einheit im Glaubens-, Sakramenten- und Amtsverständnis der apostolischen Kirchen künftig weltweit abgeschnitten.


SCHMERZLICHST: TRENNUNG

Mit dem langwierigen und gegenreformativen Konzil von Trient (1545-1563) wurde mit der Formulierung „Römisch-Katholische Kirche“ auf den apostolischen und lateinischen Charakter der Kirche Bezug genommen, als Hüterin der wahren christlichen Lehre im Römischen Reich deutscher Nation. So wird diese Bezeichnung für die Bistümer und Kirchenprovinzen, die sich nicht den  reformatorischen Bestrebungen in Deutschland und Europa angeschlossen hatten, betont: sie sind Teil der Römisch-Katholischen Kirche, deren Gläubige mitunter kurz in der Umgangssprache als  „Katholiken“ bezeichnet werden.  Die Bezeichnung „Protestanten“ wurde mit dem Reichstag von Speyer 1529  für die Anhänger der Reformation geprägt. Die begriffliche Abgrenzung war somit eingetreten und polarisierte.


Landesfürsten bereicherten sich im Laufe der Reformation an den materiellen Gütern der Kirchen und der Klöster. Die schon in der Antike praktizierte unselige Festlegung, nach der der Landesherr die jeweilige Religion für seine Untertanen vorgab, spaltete die Bevölkerung im Glauben. Eine Glaubensfreiheit im Sinne der späteren Entwicklung war dieser Zeit fremd. Zudem gab es in den protestantischen Landen keine einheitliche Struktur in Form eines Bistums mehr. Kirchliche Verwaltungsbereiche unterstanden den der Herrschaftbereiche von Landesherren.


Ideologische Schlammschlachten in der Folgezeit beiderseits vertieften die Gräben weiterhin, Religionskriege schädigten Land und Leute. Unwissenheit vom Glauben und Vorurteile gegenüber dem Andersdenkenden erschwerten das Miteinander bis in die Familien hinein -  und das bis in die heutige Zeit. Beharrung auf Standpunkten gerade der Amtsträger ließen keine Nähe zum Anderen zu. Neue Formen von nachreformatorischen Glaubensbildern und daraus entstehende neue Strukturen von Religionsgemeinschaften sowie derer Zusammenschlüsse machten den Zusammenhalt von Christgläubigen schwierig oder gar unmöglich.


VERTRIEBEN: HERAUSFORDERUNGEN

Durch die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges und dessen Ergebnisses veränderte sich plötzlich die Homogenität der Gesellschaft in den protestantischen Landesteilen Deutschlands nach 1945, vor allem im ländlichen Raum: aus ihrer angestammten Heimat kamen Millionen Vertriebene aus Schlesien, Sudentenland, Ostpreußen usw. In das nach Besatzungszonen aufgeteilte Deutschland, davon tausende Christen in den Bereich des Thüringer Holzlandes. Sie brachten ihren christlichen Glauben mit, der in der Einheit der weltweiten Katholischen Kirche beheimatet ist -  sie waren Katholiken. Plötzlich griffen so manche Vorurteile der Vergangenheit, wieder auf beiden Seiten.


Es ist dem guten und gegenseitigen menschlich geprägten Miteinander mit den evangelischen Christen zu verdanken, dass die katholischen Christen hier eine geistliche Heimat erhielten. Zahlreiche Kirchen wurden für Gottesdienste zur Verfügung gestellt, entweder als sogenannte Außenstationen der neu entstandenen Strukturen oder sie wurden ganz überlassen. So bildeten sich hier die katholischen Gemeinden in ihrer jetzigen Form heraus: Hermsdorf, Stadtroda und Kahla; in Eisenberg gab es vorher schon eine kleine Gemeinde, in der sogar ab 1937 ein Kaplan tätig war, allerdings ohne eigene Kirche.


AUFEINANDER ZU: HOFFNUNG

Vielfältig sind Kontakte in den Orten zwischen den Christgläubigen in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen, wird Ökumene praktiziert. Das vorurteilsfreie miteinander Reden ist eine gute Basis für das christgläubige gemeinsame Tun: das gottesdienstliche Beten. Es ist ein Grund zur Hoffnung, dass das einst vorreformatorische gemeinsame Christsein der Menschen auch in unserer Region wieder Wirklichkeit werden kann und unser aller Anliegen ist: Einheit in der Vielfalt,  Einheit im Glaubens-, Sakramenten- und Amtsverständnis.


In der Rubrik „Gemeinsam im Zeichen von Kreuz & Bibel“ auf der nächsten Seite erhalten Sie unter „Ökumene im Holzland“ (noch im Aufbau) Informationen zum Miteinander der christlichen Gemeinden. Eine gute Basis in der Ökumene ist der Ökumenische Chor Hermsdorf (gegründet 1978!), der seien Teil dazu beiträgt, das gemeinsame Tun zu stärken, ebenso die ökumenischen Sternsinger-Aktionen seit 1998! Viele Beispiele könnten noch erwähnt werden.


ZUKUNFT: VORWÄRTS IN DIE VERGANGENHEIT oder WIE WEITER?

In den vergangenen Jahrzehnten seit dem Wirtschaftwunder in den 1950-er und 1960-er Jahren im Westen Deutschlands und der diktatorischen Gängelung vor allem der Christen in der DDR ging die Zahl der getauften Christen sowie die Teilnahme an den sonntäglichen Gottesdiensten kontinuierlich zurück. Wohlstand auf der einen Seite, Maßregelung auf der anderen Seite. Beides verursachte Abkehr, die Religiosität schwand in der Bevölkerung, Desinteresse machte sich breit, Priesternachwuchs verringert sich permanent seit 1990, bleibt ganz aus. Mit der Einheit Deutschlands fiel die Repression gegenüber der Kirche(n) und der Gläubigen im Osten weg, dafür kamen die „Dollarzeichen“ in so manche Augen auch von leitenden Amtsträgern der Kirche(n) im Osten Deutschlands.


Es bildete sich eine neue Abhängigkeit heraus - die vom Geld, ganz gleich in welchem Stand, grundsätzlich in der Gesellschaft des Heute. Angeblich nicht mehr effektiv genutzte kirchliche Bausubstanz in der Fläche wird in Frage gestellt, anderen Nutzungen oder Eigentümern zugeführt, Gemeinden müssen ihre Gottesdienst- und Kommunikationszentren aufgeben, zumindest sich einschränken. Alles unter der Vorgabe zurück gegangener Finanzmittel oder nicht mehr zumutbarer „Betriebskosten“ aufgrund menschengemachter Finanzierungschlüssel aus den kirchlichen Verwaltungsebenen.


Strukturen werden als Folge dieser Entwicklung verändert, bisher eigenständige Gemeinden werden und wurden zu Groß-Pfarreien zusammengelegt, so auch die katholischen Gemeinden im Bereich Gera / Saale-Holzland-Kreis als Pfarrei „St. Elisabeth“ mit Zentrum in Gera. Es ist mittlerweile eine Situation eingetreten, die fast vollständig dem Stand von 1937 entspricht, nur die Zahl katholischer Christen ist viel höher. Damals wurden die Gemeinden im Holzland von Gera aus seelsorglich betreut, heute ist die Seelsorge mit drei Priestern bei einer Ausdehnung von ca. 70 x 30 km zu gewährleisten.


Findet so eine Stärkung der Christen und ihrer Gemeinden vor Ort Eingang in die dringend notwendige Strategie zur Weitergabe der christlichen Botschaft an künftige Generationen statt?


Die Hermsdorfer St. Josefs-Gemeinde mit ihren zur Zeit knapp 500 Gemeindegliedern erlebt zur Zeit eine sehr schwierige Situation: in der Veränderung des kirchlichen Immobilienbestandes des Bistums und der neuen Holzland-Pfarrei „St. Elisabeth“ ist das Gemeindezentrum in den Fokus des bischöflichen Ordinariates, wie auch des derzeitigen Dekans gerückt. Es sind im Moment Bestrebungen im Gang, den Gebäudekomplex zu veräußern oder zumindest Teile davon einer anderen Nutzung zuzuführen, wie es andernorts schon geschehen ist.


Paradoxum: ein christliches Unternehmen im Sozialbereich und in der Region tätig, setzt Aktivitäten in Gang, in der letzten Endes einer christlichen Gemeinde die elementare Grundlage zur freien Religionsausübung genommen wird, die nun mal nicht nur aus der Feier eines Gottesdienstes besteht…Einhelliges Unverständnis in der Ökumene wie auch in der außergemeindlichen Öffentlichkeit.


VERPFLICHTEND: ERBSCHAFT

"Was du ererbt von deinen Vätern hast,

Erwirb es, um es zu besitzen.

Was man nicht nützt, ist eine schwere Last,

Nur was der Augenblick erschafft, das kann er nützen" -  so lässt Johann Wolfgang von Goethe seinen Dr. Faust im gleichnamigen literarischen Werk in den Nachtszenen sinnieren.


Wie gehen die heutigen Generationen mit dem Erbe von ihren Eltern und all ihren Altvorderen in Glaubensdingen um, seien es in der Seelsorge Tätige oder die Gemeindeglieder?


War es nicht mitunter eine Last, wenn Kinder (gleich welchen Alters) von den Eltern oder Großeltern an ihre "Sonntagspflichten" erinnert wurden, ja doch zum Gottesdienst zu gehen? Haben sich dann nicht  Wenige dieser angeblichen Last entledigt, wenn sie auf eigenen Füßen mit eigener Haushaltführung stehen konnten? Glaube, Beten, Gottesdienste -  nur etwas für Ältere oder Gestrige?


Liegt hier die Ursache der niedergehenden Orientierung auf den christlichen Glauben in der Gesellschaft? Glaube als Last? Doch nur, wenn er nicht gelebt und weiter gegeben -  und genützt  wird. Wenn statt zu sammeln, das Wenige an Substanz der Glaubenden durch mangelnde Kommunikation  zerstreut wird, wenn Augenblicke der Gottesdienstteilnahme verstreichen, ohne sie zu nützen, wenn die Ankündigungen ob schriftlich oder mündlich nur auf das Datum und die Uhrzeit beschränkt werden...


Wird nicht so die Frucht des ehernamtlichen Engagements vieler Generationen vor der Gegenwart, die die Kirche getragen haben, zunichte gemacht oder zumindest verhindert? Oder werden die zahlreichen Opfer, wie in jüngerer Zeit, geradezu verhöhnt, da viele Menschen um ihres Glaubens willen in vielen Verfolgungen ihr Leben lassen mussten oder durch Rufmord in den Medien persönlich geschädigt wurden und werden?


Ist hier nicht wieder dringend eine wirkliche Reformation, radikales Umdenken nötig - besser noch: bittendes gemeinsames Gebet um Weisheit für überzeugende Weichenstellungen für die Zukunft der katholischen Gemeinden hier vor Ort, in Hermsdorf und anderswo? Es geht um die Integrität der Gemeinde(n)!


Eine mittlerweile zunehmende Identitätskrise innerhalb der Kirchgemeinden zwischen Gläubigen und zu den Vertetern der Amtskirche gefährdet vor allem die Weitergabe des christlichen Glaubens durch Ausbleiben des aktiven Mit-Tuns -  in der Teilnahme an Gottesdiensten sowie im persönlichen Engagement. Dieser schleichende Prozess ist wohl auch Ausdruck einer tiefer gehenden Vertauenskrise.


KLEIN & FEIN: ZUVERSICHT

Trotz aller Strukturveränderungen, trotz der lähmenden Glaubensmüdigkeit, trotz vieler Unklarheiten: geblieben sind die Kirchen als Gebäude und mit Menschen darin, wenn auch in kleinerer Zahl. Kirchen prägen nach wie vor das Bild von Dörfern und Städten, Kirchen mit ihren Türmen -  gleichfalls als Fingerzeig nach oben.


„Mut haben zur kleinen Schar“, so Dr. Otto Spülbeck, Bischof von 1956-1970 des Bistums Meißen, bereits schon in den sechziger Jahren in der Zeit des gerade überstandenen Stalinismus und unter dem Druck der versteinerten Ulbricht-Ära in der DDR.


Mut haben, den Glauben heute zu leben in einer Zeit finanzieller Gängelei auf allen Ebenen, Mitmenschen Hoffnung durch Beispiel vermitteln. Zum Kern des christlichen Glaubens vordringen wollen, jeder für sich, besser in der Gemeinschaft der Gemeinde. Dazu bedarf es eines gemeinsamen Heimes, einer Stätte der Begegnung, einer Stätte unbehinderten Glaubens.


Ein Zeichen der Zuversicht in unserer Zeit ist wohl auch das Engagement vielerorts von Dorfgemeinschaften in Form von Fördervereinen zum Erhalt „ihrer“ Kirchen, damit die Kirche eben im Dorf bleibt und nicht weiter dem Verfall preisgegeben wird, substanziell wie auch ideologisch. Beispiele gibt es da zur Genüge. Festigung der Bausubstanz ist das eine, christlichen Glauben wieder anzunehmen und zu festigen, viel wichtiger. Die „Amtskirche“ sollte da klare Prioritäten setzen, zum „SAMMELN, STÄRKEN, WEITERGEBEN“.


STAND GEHALTEN: TROST

Es gibt zum Glück Menschen, die in ihrer Tradition den christlichen Glauben von ihren Eltern oder durch Bekehrung, durch Neu-Orientierung, aufgenommen und weitergegeben haben, vielleicht durch ihr lebendiges und überzeugendes Vorbild. Dabei tief gläubig und vertrauend, wie es damals vor über 1000 Jahren begann und seither über die Jahrhunderte  hinweg geschah -  getragen von der in jedem Menschen innewohnenden Sehnsucht nach Religiosität und deren Ausübung in einer Gemeinschaft.


So auch die katholischen Christen nach 1945 und den Jahrzehnten danach  im Bereich des Holzlandes mit den zwei großen Orten Hermsdorf und Bad Klosterlausnitz und den Ortschaften zwischen Rüdersdorf und Albersdorf sowie Tautendorf und Tautenhain. Begonnen als Gäste in den evangelischen Kirchen, dann ab 1949 als Pächter in einem ausgedienten Kinosaal im „Bären“ und jetzt im Gemeindezentrum „St.-Josef“ seit 1978 in der Hermsdorfer Uhlandstraße, gut zentral gelegen im Gemeindebezirk der ehemaligen Pfarrei, zentral gelegen auch im Thüringer Holzland.


Schauen Sie doch mal rein…


Die „Öffnungszeiten“ zu den Gottesdiensten erfahren Sie in der INFO-BOX oder im WOCHENPLAN des Gemeindezentrums auf der nächsten Seite.


Willkommen!


Ludwig Krafczyk

Autor


Stand der Ausarbeitung:

07.02.2019, 17.30 Uhr


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Verwendete Informativ-Quellen des Textes und der Seite:


Seiten auf Wikipedia zu den Themen Bistum Naumburg und Zeitz und deren Bischöfe


http://www.manfred-hiebl.de/mittelalter-genealogie/mittelalter/bistuemer/naumburg/naumburg_bistum.html

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1055


Abläufe der Reformation auf Wikipedia


Geschichte des Thüringer Holzlandes: Portal Wikipedia sowie www.hermsdorf-regional.de


Henning Voigt, Die Anfänge des Christentums im Gebiet zwischen Saale und Elster


Die Karte ist ein Detail mit digitaler Bearbeitung auf der Basis der Kartenbeilage im „Jahrbuch des Herrn“, Ausgabe 1958, St.-Benno-Verlag Leipzig

Fotos und grafische Elemente: Ludwig Krafczyk











Zeugnis christlicher Baukunst im Mittelalter und nun Weltkulturerbe: der Naumbuger Dom, Bischofskirche auch für die hiesige Region bis zur Reformation

EIN RAST-PLATZ FÜR SUCHENDE IN HERMSDORF/THÜRINGEN

KATHOLISCH, ZENTRAL & IM THÜRINGER HOLZLAND

Gotteshäuser katholischer Christen im Saale-Holzland-Kreis -  Glaubenszentren ihrer Gemeinden

Himmelwärts filigran in Stein:

die Westtürme des Domes, vom Kreuzgang aus gesehen, sowie Blick auf das Langhaus

Foto: LK, 2012

PORTAL ST. JOSEF

Kahla

St. Niklaus

1485

Stadtroda

St.Jakobus

1730

Hermsdorf

St. Josef

1978

Eisenberg

Maria Verkündigung

1667

Camburg

St. Marien

1956

Wieder katholisch 1986

Katholisch seit  1967

Katholisch seit 1949

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